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Landesausstellung Industrie 2018
Vorbemerkungen (09.01.2014): Landesausstellungen finden ebenso wie Tage der Sachsen, Landesgartenschauen, Familientage usw. bewusst nicht in den drei zentralen sächsischen Großstädten statt. Diese haben andere Entwicklungs- und Präsentationsmöglichkeiten und erhalten im Finanzausgleich dafür ja auch erhebliche Gelder pro Einwohner mehr als die Kommunen im sog. ländlichen Raum. Landesausstellungen stellen ohne festen Rhythmus besondere Aspekte sächsischer Geschichte dar. Die erste Landesausstellung machte (vereinfacht gesprochen) die Besiedlung Sachsens deutlich, die zweite die Reformation, die dritte sollte die Industrialisierung als Quelle unseres Reichtums beleuchten. Dazwischen kam die Bewerbung von Görlitz als Kulturhauptstadt Europas, was dann aber Essen wurde, weswegen Görlitz zum Ausgleich als dritte, quasi außerordentliche Landesausstellung eingeschoben wurde. Jetzt steht mithin die vierte Landesausstellung entsprechend Parlamentsbeschluss in Südwestsachsen an für das Jahr 2018 (2017 ist das Reformationsjahr). Chemnitz war also von vornherein nicht als Austragungszentrale für die Industrieausstellung gedacht. Um dieses Tor dennoch erfolgreich zu öffnen, hätte es einer Kräftebündelung bedurft, sowohl bei der Konzeption als auch bei der Durchsetzung. Eine Lobby für Chemnitzer Interessen ist nicht einfach so da, man muss sie schaffen. Lobbyarbeit bedeutet Vernetzung, Abstimmung, Geben und Nehmen. Die Leitaufgabe haben die Bürger dem gewählten Stadtoberhaupt übertragen. Unabhängig vom zentralen Ausstellungsort, der nach Zwickau gehen wird, umfasst die Landesausstellung ganz Südwestsachsen, also die Region Chemnitz. So haben es die Abgeordneten beschlossen. Verständnis habe ich dafür, dass der Freistaat, in der Prioritätsabwägung mit anderen Aufgaben, nicht alle gewünschten Standorte und Industriedenkmäler sanieren kann, sondern seine investiven Mittel konzentrieren möchte. (Vielleicht gibt es hier auch noch einen Nachschlag.) Aber davon unberührt ist die Betriebskonzeption. Chemnitz soll dort das "Fenster in die Zukunft" sein. Dies hatte ich mir gewünscht und stets dafür geworben, denn die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten liegen insbesondere in Chemnitz, dazu die Produktionskapazitäten. Man muss wissen, wo man herkommt, und wissen, wohin man will. Wie kam es jetzt aber zu der Entscheidung im Ministerium SMWK? Dazu einige Informationen zum Verständnis. 1. Wer kennt das Konzept unserer Chemnitzer Stadtführung für die Landesausstellung 'Industrie' eigentlich? Zumindest die Abgeordneten und Stadträte hatten es nicht erhalten und wurden, trotz Nachfragens, auch nicht einbezogen. Über Umwege habe ich eine Zusammenstellung von Standortmöglichkeiten der CWE bekommen. Standortkonzept bedeutet Betrieb, Kosten/ Finanzen und vor allem Nachverwertung. Ebenfalls über Umwege erhielt ich eine ansprechende Projektion des Industrievereins, die erstens wohl noch geändert wurde und zweitens nicht mit der Stadt abgestimmt zu sein scheint, weicht sie doch deutlich von den CWE-Vorschlägen ab. (Die finanzielle Forderung für den Bau soll höher gewesen sein, als die von der Staatsregierung prognostizierten Gesamtmittel für die Landesausstellung.) Sehr gut finde ich die mit diesem Konzept verbundene Vision in die Zukunft statt alleiniger Beleuchtung der vergangenen Erfolge. Eine Konzeption des Industriemuseums ist uns außer Hinweisen auf eine Satellitenlösung, von der wir für die erste Bewerbung abgeraten haben (später dann auszubauen, wenn die Grundsatzentscheidung vorliegt) nicht bekannt gemacht worden, zudem das Industriemuseum nicht die Stadt Chemnitz (allein) ist, sondern für viele Einrichtungen spricht. Vor längerer Zeit soll es dort eine Konzeption von Frau Riedel auch für das Bergbaumuseums Oelsnitz als Basis der Landesausstellung gegeben haben, man ist dort also lange schon aktiv. Eine Einbindung in die Konzeptbewerbung der Stadt habe es nicht gegeben, das Industriemuseum selber wird jedoch von der CWE als ein möglicher Standort vorgeschlagen. (Die investiven Mittel der Landesausstellungen sollen gewohnheitsgemäß zur Ertüchtigung neuer Standorte dienen und nicht in bestehende Museen fließen. Vermutlich steht dies auch in den Richtlinien aus 01/2013, die Grundlage für die abzugebenden Angebote war.) Es bleibt also die Frage, welches STANDORTKONZEPT die Stadt überhaupt vorgelegt hat. Wir kennen es nicht, in den Medien wurde es auch nicht diskutiert, der Stadtrat und der zuständige Ausschuss kennt es nicht. Andere Städte haben solche Konzeptionen eigenständig vorgelegt. Eventuelle Vertraulichkeitsabreden einer Bewerbung dürfen nicht daran hindern, den Stadtrat als Teil der Stadtverwaltung einzubinden, hilfsweise in nichtöffentlicher Sitzung. Oder gibt es gar drei Konzepte mit noch mehr Standortvorschlägen? Dann muss man sich nicht wundern, wenn die ohnehin nicht vorgesehene Bewerbung einer der drei großen, kreisfreien Städte nicht erfolgreich ist. Und gleich gar nicht, wenn man keine Lobby schafft und gutmeinende Mitstreiter sowie Schlüsselpersonen nicht einbindet. 2. Neben der Informationstaktik und dem nicht erkennbaren öffentlichen Engagement des Rathauses erstaunt noch folgender strategischer Fehler: Warum Frau OB Ludwig nach vorliegenden Protokollen im Regionalkonvent gerade Landrat Dr. Scheurer beauftragt hat, die Landesausstellung in der Region Chemnitz mit der Staatsregierung abzustimmen (auf welcher Konzeptbasis?), erschließt sich den interessierten Beobachtern und behinderten Mitstreitern nicht. Landrat Scheurer vertritt die Region Zwickau, der Geschäftsführer der Regionalkonvents ist der ehem. Zwickauer OB Eichhorn. Die Stadt Zwickau, die den Zuschlag bekommen hat, ist übrigens ebenso SPD-geführt wie Chemnitz, wobei das kein Entscheidungskriterium für die Staatsregierung ist (anders, als Frau Riedel vermutet). Ob es Eifersüchteleien zwischen der Zwickauer und der Chemnitzer OB gibt, vermag ich nicht zu beurteilen, erfolgreicher sei, so Beobachter, in vielen Fällen Zwickau (Intercity, S-Bahn usw.). Und Zwickau ist auch geeignet (ebenso wie es Chemnitz gewesen wäre) und überzeugend (wie es Chemnitz hätte sein müssen). 3. Zum Betriebskonzept der Ausstellung: Das ist doch noch gar nicht fertig. Es geht jetzt (leider) erst mal nur um den zentralen Austragungsort (wobei zentral für uns Abgeordneten nicht ausschließt, dass es weitere Orte der Landesausstellung geben wird). Die Abgeordneten der Region hatten sich bereits frühzeitig mit dem Thema befasst und eine 'Achse' C-Z vorgeschlagen mit Satelliten. Dazu hatten wir den Regionalkonvent (OB Chemnitz und die vier angrenzenden Landräte) mit einbezogen und uns auch mit dem Industriemuseum verständigt, infolge aber nie wieder davon, insbesondere nicht von unserer OB, gehört. Enttäuscht und überrascht waren auch die Abgeordneten, dass diese Achse (zumindest bislang noch) nicht vom SMWK erkennbar aufgegriffen wurde. Die Öffentlichkeitsarbeit kann auch hier verbessert werden, die Bürger, Unternehmen und Vereine haben einen Anspruch auf vollständige Darstellung, also nicht nur zentraler Austragungsort, sondern auch inhaltliches und Flächenkonzept. Es wird auch keine Automobilausstellung geben, das ist Rumgerede wider besseren Wissens, selbst wenn Chemnitz davon besonders profitieren würde, stammen doch drei der vier Audi-Ringe aus Chemnitz. Es wird eine Ausstellung zur Industriegeschichte Sachsens mit Bezug zum diese begründenden Bergbau und mit Blick auf das Heute und in die Zukunft. Chemnitz soll auf dieser o.g. Achse die Zukunft/ Innovation abbilden, wozu es mit seinen Forschungszentren prädestiniert ist. Also ein "Fenster in die Zukunft". Diese Idee habe ich vor Jahren in die ersten Überlegungen der Abgeordnetenrunde und anschließend in viele Gespräche eingebracht, der Industrieverein hat m.W. ähnliche Ansätze dann auch visualisiert. Aber auch das wird nur dann gut gelingen, wenn sich alle zusammensetzen und miteinander arbeiten. Do et des.
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