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Ein-Kind-Familie liegt in Sachsen im Trend
Vor allem bei jungen Akademikern scheitere es häufig an befristeten Arbeitsverträgen und Projekten, kritisierte Patt. Dennoch sieht der Experte Sachsen in punkto Familienfreundlichkeit recht gut aufgestellt: Mit dem Familienpass beispielsweise können Eltern mit drei Kindern oder Alleinerziehende mit zwei Sprösslingen kostenlos Museen, Burgen oder Schlösser besuchen. „Zudem steigt mit zunehmender Zahl der Kinder auch die Zuwendung, das ist ein guter Ansatz."

Eltern bekommen für ihre ersten beiden Kinder jeweils 184 Euro Kindergeld im Monat, für das dritte 190 Euro, für jedes weitere Kind 215 Euro. Ab dem dritten Kind werden alle weiteren kostenfrei in der Kita betreut. Als erstes Bundesland zahlt der Freistaat zudem Beiträge zur Reproduktionsmedizin - also für die künstliche Befruchtung.

Die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen in Sachsen kritisiert allerdings die zunehmende Sparpolitik des Freistaates. So habe es etwa Kürzungen beim Landeserziehungsgeld gegeben. Zuschüsse für die Erholung von armen Familien seien ebenso gestrichen worden wie das kostenlose Vorschuljahr. „Es müsste noch mehr getan werden", sagte Geschäftsführerin Eva Brackelmann.

Auch in der Landeshauptstadt ist die Ein-Kind-Familie das am meisten verbreitete Lebensmodell. Nach Angaben des Jugendamtes gab es 2010 mehr als 27 500 Haushalte mit nur einem Sprössling, gefolgt von rund 16 000 Haushalten mit zwei Kindern. Dann sinken die Zahlen rapide: In 109 Haushalten leben fünf Kinder, in gerade einmal 17 sind es sieben und mehr. „Allen Familien mit Kindern steht auch staatliche Unterstützung bei der Bewältigung des Familienalltags zu", erklärte Evelin Hipke-Schulz vom Dresdner Jugendamt. Vor allem bei Alleinerziehenden mit mehreren Kindern sei die Belastung oft groß.

Leipzig zählte im vergangenen Jahr rund 60 600 Familien - 38 300 haben ein Kind, gefolgt von 18 300 Familien mit zwei Kindern. Familien mit drei und mehr Kindern werden in der Statistik bereits nicht mehr geführt. „Weil ihre Anzahl so gering ist", erklärte eine Sprecherin der Stadt.

Peter Patt vom Familienverband Sachsen ist selbst Vater von vier Kindern zwischen 8 und 15 Jahren. Der 48-Jährige weiß aus eigener Erfahrung, mit welchen Problemen Großfamilien zu kämpfen haben. Bei vier Kindern gebe es oftmals eine Grenze, dann müsse man umdenken - etwa beim gemeinsamen Ausflug: „Denn viele Autos haben nur drei Rücksitze." Nicht nur ein großes Fahrzeug muss her, auch die Mietwohnung wird dann schnell zu klein. Und oft sind es auch die kleinen Dinge: „Man hat eben nur zwei Knie, alle Kinder auf einmal zu trösten oder auf den Schoß zu nehmen, ist schwer.

Text: Christiane Raatz, DNN 17.12.2011

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