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Landtagspräsident Dr. Mathias Rößler diskutiert mit Mitarbeitern an der Pflegebasis!
Am 24.6.2014 zwischen 12:00 und 14:00 Uhr besuchte Herr Dr. Rößler das SenVital Pflegezentrum Niklasberg. Jedoch, nicht wie man meinen möchte, um sich das Haus anzuschauen, sondern mit Mitarbeitern zu sprechen. Herr Sebastian Thieswald, Landesvorsitzender des DVLAB und Geschäftsleitungsmitglied der SenVital, bekam am Montag die Idee von Herrn Peter Patt, Landtagsabgeordneter der CDU, präsentiert. Er stellte eine „bunte Gruppe“ der Pflegebasis zusammen. Vertreten waren sowohl Pflegehilfskräfte als auch Pflegefachkräfte, Mitarbeiter des Sozialdienstes sowie der Chefkoch des Hauses. Im ersten Teil bat Dr. Rößler um die Schilderung der Situation, wie es an der Pflegebasis im Moment bestellt sei. Die Mitarbeiter waren sehr offen und redeten - man sagt „von der Leber weg“. Herrn Dr. Rößler wurde klar dargestellt, wie hoch der administrative Aufwand in der Pflege ist. Circa 80 % der Arbeitszeit verbringt eine Pflegefachkraft für Dokumentation und administrative Zwecke, bemängelte Sabine Siebert, Wohnbereichsleiterin des Hauses. Frau Martina Schultze, Pflegedienstleitung, bemängelte, dass die Aufgaben im Bereich der Dokumentation in den letzten Jahren massiv angestiegen sind, dass dies aber nicht in jeden Fall nachvollziehbar und sinnvoll erscheint. Man müsste das Rad nun anders herum drehen. Daniel Trost, Pflegefachkraft des Hauses, bemängelte die nicht angemessene Bezahlung und die diesbezüglichen Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern, die bis heute anhalten. Herr Dr.Rößler fragte interessiert, was aus Sicht der Mitarbeiter passieren müsste, um das Image der Pflege in Deutschland zu verbessern. Alle Mitarbeiter waren sich einig, dass als erstes etwas an der Bezahlung der entsprechenden Berufsgruppen gemacht werden müsste und zweitens die personelle Ausstattung der Einrichtungen ebenfalls nach oben korrigiert werden muss. Im zweiten Teil der Veranstaltung waren dann ausgewählte Leitungskräfte - aus dem so genannten Heimleiterstammtisch - ins Haus geladen, die sich zu den Mitarbeitern des Hauses gesellten. Eine noch stärker fachliche Diskussion kam zugange. Dag Ruddigkeit, Einrichtungsleiter bei der AWO, wünschte sich unter anderem, die Abschaffung der Refinanzierung der Altenpflegeausbildung über die Heimkosten, bis hin zu einem Modell, so wie es in der Krankenpflege Deutschland seit eh und je üblich ist. Diese Veränderung würde ebenfalls zur Angleichung der zwei Pflegeberufe und somit der Aufwertung des Altenpflegeberufes führen. Herr Sebastian Thieswald wies darauf hin, dass weit mehr als 60% der Einrichtungen in Deutschland gegen die Einführung einer generalistischen Pflegeausbildung sind, d.h. gegen die Zusammenlegung der Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zu einem Ausbildungsberuf. „Es wäre das Ende der Altenpflege in Deutschland, so wie Sie es heute kennen.“, so Thieswald, Landesvorsitzender DVLAB. „Wir sollten stolz sein, dass wir in Deutschland als eines der wenigen Länder in Europa einen so hoch spezialisierten Ausbildungsberuf haben - auf den andere Länder neidisch schauen“ , so Thieswald. Landtagspräsident Dr. Rößler interessierte sich sehr für die Betreuung an Demenz erkrankter Menschen. Alle Anwesenden schilderten deutlich, dass der Anteil an Demenz erkrankter Menschen in stationären Einrichtungen deutlich zugenommen hat. Dennoch sei die Betreuung in stationären Zusammenhang oft die richtige Wahl. Herr Jochen Kühne, Innere Mission bemängelte, die einseitige Forderung der Politik weg von stationären hin zu ambulanten Einrichtungen. Vielmehr müssen beide Angebote parallel existieren. Gunter Melzer vom ASB hob positiv die Initiative „Pro Pflege Sachsen“ hervor. In dieser Ausarbeitung stehen klare Bekenntnisse zu Notwendigkeit einer Veränderung der Bedingungen in der Altenhilfe in Sachsen. Um jedoch aus diesen sehr guten Gedanken Taten werden zu lassen, muss u. a. die personelle Ausstattung der Einrichtungen verbessert werden. Gleichzeitig sollte die Angleichung der Lohnniveaus an die alten Bundesländern dringend verfolgt werden. Herr Peter Patt und Herr Dr. Rößler zeigten sich begeistert von der Offenheit und regen Diskussion vor Ort. Beide beschlossen einhellig, dass dieser Gedankenaustausch eine Fortführung erfahren muss. Ein weiterer Termin zur Diskussion, dann mit entsprechenden Fachexperten aus dem Landtag wird folgen, so Rößler. Dieser heutige Termin ist ein Anfang einer sachlichen Auseinandersetzung mit der Basis, lobten die Anwesenden. Dies kann insoweit als etwas Besonderes gewertet werden, da sonst nur Experten und Verbände befragt werden. Ein neuer Termin soll für spätestens im September diesen Jahres angesetzt werden.
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